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Kompetenz Lernen®

Das Bildungsmodell Kompetenz Lernen® basiert auf den Ergebnissen der gleichnamigen Studie. Diese wurde im Zeitraum Mai/Juni 2000 mit über 1000 Schülerinnen der 5.-12. Schulstufe in Wien durchgeführt. Die sich in den Ergebnissen widerspiegelnden dramatischen Defizite vieler Schülerinnen und die daraus resultierende Minimierung ihrer Gesellschafts- und Berufschancen waren Anlass zur Entwicklung des Bildungsmodells Kompetenz Lernen®. Dieses sollte als erstes österreichisches Bildungsmodell systematische Grundlagen für eine tiefgreifende Neuorientierung im Bildungswesen schaffen.

Die Entwicklungsarbeit für das Bildungsmodell Kompetenz Lernen® betrug rund drei Jahre mit tausenden Arbeitsstunden. Ergebnis ist ein umfassendes Werk, das von einem theoretischen Teil ausgehend, eine Vielzahl an konkret umsetzbaren Strukturen im Bildungswesen enthält. Diese zielen auf lebensbegleitendes Lernen ab und ermöglichen bereits heute die Umsetzung jener Schwerpunkte, die Teil der PISA-Studie 2009 sein sollen.


Das Bildungsmodell Kompetenz Lernen®

Kompetenz Lernen® ermöglicht umfassende Perspektiven für die Schule; die Realisierung eröffnet eine Vielzahl von Chancen für die Weiterentwicklung der Schule. Kompetenz Lernen® ist modular aufgebaut; die optimale Umsetzung gleicht der Errichtung eines Hauses. Wie dieses ist Kompetenz Lernen® von unten (= Fundament) nach oben umzusetzen.


Ausgangsdimension - Lernpsychologische und didaktische Voraussetzungen

Kompetenz Lernen® basiert auf dem Grundsatz der Individualisierung des Lernens. Jede/r SchülerIn hat Anspruch auf den optimalen Lernzugang. Deshalb ist es notwendig, Analysen hinsichtlich der dominanten Bewusstseinsform, des Lerntyps und der individuell optimalen Lernwege anzustellen. Jede/r LehrerIn hat klar formulierte Ziele (operationalisierte Lernziele) als verbindliches Output für den Unterricht zu definieren („bewusstes Unterrichten“). Die operationalisierten Lernziele sind auf die Interessen/Möglichkeiten der Schüler/innen abzustimmen.


Planungsphase – Dynamische Lernzielhierarchie

Ziel ist Anreicherung („Enrichment“) des Unterrichts mittels (Heraus)Fordern der Begabten bei gleichzeitigem Fördern der weniger Begabten. Ausgehend von konkret formulierten, lernzieloperationalisierten Themen für den Erarbeitungsbereich erfolgt deren Gliederung in Grobziele (themenzentrierte Informationsbeschaffung und -erfassung), Feinziele (themenzentrierte Informationsaufbereitung und -verarbeitung) und Feinstziele.

  • Grobziele: Dienen der Erarbeitung themenzentrierter Aufgabenstellungen für alle Schüler/innen. Ziel ist das systematische Beschaffen und Erfassen von Informationen mittels verschiedenen Arten von Informationsquellen (schriftliche, visuelle … Informationsquellen).
  • Feinziele: Dienen dem sinnvollen fachorientierten Informationsmanagement all jener Schüler/innen, welche die Grobziele absolviert haben. Ziel ist das systematische Aufbereiten und Verarbeiten weiterführender themenzentrierter Informationen.
  • Feinstziele: Methodentraining, Kommunikationstraining, Teamentwicklung und Moderation sowie Präsentationstraining werden in die Erarbeitung der Grob- bzw. der Feinziele miteingebunden und sind für alle Schüler/innen verbindlich.

Phase der fachspezifischen Durchführung – Selbstbestimmtes Arbeiten und Lernen („SAL“)

Bestimmendes Merkmal von Lern- und Leistungsfeststellungsebene ist die Umsetzung des erweiterten Lernbegriffs. An die Stelle toten Lernen/Wissens tritt Brauchlernen/-Wissen in der Form von methodisch-strategischem Lernen, sozial-kommunikativem Lernen, inhaltlich-fachlichem Lernen. Die Schüler/innen agieren in Handlungs- bzw. in Produktionsprozessen in überwiegendem Maße selbsttätig; d.h. der Main-Part des Unterrichtsgeschehens muss im Jahresschnitt in allen Gegenständen von den Schüler/innen getragen werden.

Als Konsequenz daraus müssen die Tätigkeiten der Schüler/innen eine adäquate Entsprechung in der Note finden (erweiterte Leistungsfeststellung). Sämtliche Leistungen (Methodenkompetenz, Kommunikationskompetenz/Teamfähigkeit, Präsentationskompetenz, …) sind bei der Notengebung zu berücksichtigen. Bei Prüfungen ist methodenzentrierten Testverfahren Priorität einzuräumen.


Perspektive

Ziel von Kompetenz Lernen® sind konkrete Ergebnisse bei Bildungsprozessen als Nachweis größtmöglicher Effizienz. Das bezieht sich auf folgende Bereiche:

  • Methodenkompetenz: Angesichts des rasanten Zuwachses an Wissen wird es immer dringlicher, sich rasch individuellen Zugang zu Informationen beschaffen zu können. Selbstbestimmtes Arbeiten und Lernen bildet dafür die Voraussetzungen.
  • Sozialkompetenz: Kommunikations- und Teamfähigkeit als Output ständigen Durchspielens verschiedener Sozialformen.
  • Fachkompetenz: Mehrkanaliges Lernen und selbstbestimmtes Arbeiten und Lernen ergibt die Chance auf Langzeitwissen.
  • Schlüsselqualifikationen: Schule als Vermittler jener Fähigkeiten und Fertigkeiten, auf die es in Studium und Arbeitswelt zunehmend ankommen wird. Dazu zählen Selbstständigkeit, Eigeninitiative, Flexibilität, Durchhaltevermögen, Kreativität, Selbstkritikfähigkeit, Organisationsfähigkeit, Logisches Denken, Teamfähigkeit, Problemlösungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit, Methodenbeherrschung, Verantwortungsbewusstsein, Fachwissen...
  • Fachkompetenz und lebensbegleitendes Lernen: Das selbstbestimmte Aneignen von Informationen auf der Grundlage entsprechender methodischer Kenntnisse ermöglicht das in Zeiten der Informationsexplosion immer wichtiger werdende ständige „auf dem Laufenden“ bleiben (update von Informationen).
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